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Wenn Denken kein Problem ist, sondern das Umfeld

Viele Hochbegabte zweifeln nicht an ihrem Denken.

Sie zweifeln an dem Ort, an dem es stattfinden soll.

 

Sie merken früh, dass ihr Denken weiter greift und mehr Ebenen sieht.

Zusammenhänge erkennt, die andere noch nicht benennen.

Nicht immer schneller, sondern oft auch tiefer.

 

Das Problem entsteht oft nicht im Denken selbst, sondern dort, wo es wenig Platz dafür gibt.

 

Wo Komplexität reduziert werden muss, damit Abläufe funktionieren.

Wo Fragen stören, weil sie Zeit brauchen und wo Nachdenken als Unsicherheit gelesen wird.

 

Viele Hochbegabte lernen dann, ihr denken zu zügeln.

Nicht alles auszusprechen.

Gedanken zu vereinfachen. Sich einem Tempo anzupassen, das nicht ihrem Rhythmus entspricht.

 

Nicht weil sie es nicht besser wüssten, sondern weil es das Umfeld verlangt.

 

So entsteht mit der Zeit ein leiser Zweifel: Nicht im Denken selbst, sondern ob es überhaupt erwünscht ist.

 

Vielleicht ist Denken hier nicht zu viel, vielleicht ist nur der Raum zu eng.

 

Und vielleicht geht es weniger darum, das eigene Denken zu korrigieren, als darum Orte zu finden, an denen es atmen darf.