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Anpassung als Überlebensstrategie

Nicht alle Hochbegabten passen sich an.

Manche gehen früh in den Widerstand, manche ziehen sich zurück.

Manche brechen mit Systemen, noch bevor sie gelernt haben, darin zu funktionieren.

 

Aber viele lernen etwas anderes.

Sie lernen sich selbst zu regulieren, bevor es jemand verlangt.

Sie lernen Gedanken abzuschwächen, keine Fragen zu stellen, oder Gefühle einzuordnen, bevor sie sichtbar werden.

 

Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie merken, dass ihr So–Sein nicht passt.

 

Anpassung ist kein Charakterfehler.

Sie ist aber auch kein Zeichen von Reife.

Sie ist eine Strategie, entstanden dort, wo kein Raum wahr.

 

Problematisch wird sie, wenn sie bleibt.

Wenn sie nicht mehr schützt, sondern leise formt, was man sagen darf, wie man lebt und was man aushält.

 

Manche führen dann ein Leben, das andere für richtig hielten.

Funktional.

Stabil.

Und innerlich Fremd.

 

Nicht jede Erschöpfung kommt von Überforderung.

Manche entsteht daraus, zu lange nicht man selbst gewesen zu sein.

 

Hoffnung beginnt nicht mit Veränderung.

Sondern in dem Moment, in dem man merkt, dass Anpassung einmal sinnvoll war, aber nicht für immer bleiben muss.

Und dass es erlaubt ist, sich langsam wieder näher zu kommen.